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Zentrale Notaufnahme

Vorgehen im Notfall: Wer hilft mir wann?

  • Hausarzt/ Hausärztin: Bei Erkrankungen, die nicht lebensbedrohlich sind. Auch bei akuten Erkrankungen und Verletzungen ist der Hausarzt ihr eigentlicher Ansprechpartner. Außerhalb der Öffnungszeiten der Hausärzte steht der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung als Vertretung zur Verfügung.
  • Kassenärztlicher Notdienst (Telefon 116 117): Der Kassenärztliche Notdienst ist außerhalb der Öffnungszeiten der Hausärzte für alle dringenden aber nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen und Symptomen zuständig.
  • Notaufnahme: Bei akuten oder lebensberohlichen Erkrankungen und Symptomen ist die Notafunahme rund um die Uhr für Sie geöffnet.
  • Rettungsdienst (Telefon 112): Alarmieren Sie den Rettungsdienst, wenn es sich um einen schwerwiegenden Notfall handelt, so z.B. einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall

Zentrale Notaufnahme

Die zentrale Notaufnahme (ZNA) des Klinikum Hann. Münden versorgt jährlich über 9000 Notfallpatienten interdisziplinär 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Das Leistungsspektrum umfasst die Notfallversorgung von internistischen Erkrankungen (Herzinfarkt, Lungenentzündungen, gastrointestinale Blutungen, Nierenversagen, etc.), allgemeinchirurgischen Indikationen (akute Blinddarmentzündung, Darmverschluss, etc.), Unfällen (Frakturen, Schnittverletzungen, etc.) über gefäßchirurgische Probleme (z.B. akuter arterieller Verschluss, Thrombosen, etc.) bis hin zu urologischen Fragestellungen (z.B. akuter Harnverhalt, Nierenkoliken, etc.).

Wir arbeiten dabei eng mit den Rettungsdiensten unserer Region sowie mit den niedergelassenen Ärzten zusammen.

Nach Ankunft werden die Patienten untersucht und mittels einer standardisierten Ersteinschätzung die Behandlungsdringlichkeit festgelegt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Behandlung nicht durch die Reihenfolge des Eintreffens, sondern durch die Dringlichkeit bestimmt wird. Wir versuchen, die Wartezeiten für Sie so kurz wie möglich zu halten.

Die Patienten werden nach der Erstversorgung und begonnener Therapie entweder an die zuständigen Stationen weitergeleitet oder zur Weiterbehandlung dem Hausarzt zugewiesen.

Zusätzlich hat die Ärztliche Notdienstzentrale Ihren Sitz im angegliederten Ärztehaus. Hier behandeln die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen der Region Patienten, die mit leichteren Erkrankungen einer ärztlichen Behandlung außerhalb der regulären Sprechzeiten bedürfen.

WIE ARBEITET EINE NOTAUFNAHME?

Patienten mit höherer Dringlichkeit werden zuerst behandelt, andere Patienten müssen bis zum ersten Arztkontakt eventuell etwas länger warten.

Die Reihenfolge der Patienten wird im Rahmen der Ersteinschätzung (Notfalltriage) festgelegt. So ist es möglich, dass ein Patient, der nach Ihnen in der Zentralen Notaufnahme eingetroffen ist, vor Ihnen behandelt werden muss. Wir bitten in diesen Fällen um Ihr Verständnis und um Geduld, es ist aber unser Ziel Ihre Wartezeit so kurz wie möglich zu halten.

Die Behandlung in der zentralen Notaufnahme erfolgt in folgenden Schritten:

  • Anmeldung
  • Ersteinschätzung – Notfalltriage
  • Notfallkoordination in der ZNA
  • Erstuntersuchung und Behandlung
  • Entscheidung stationär oder ambulant
  • Ersteinschätzung – Notfalltriage

In der Notaufnahme werden Patienten nicht in der Reihenfolge des Eintreffens, sondern nach medizinischer Dringlichkeit behandelt. Die Wartezeit kann je nach Dringlichkeitsstufe unterschiedlich ausfallen

Stufe 1: Lebensbedrohlicher Notfall, beispielsweise Herzinfarkt. Sofortige medizinische Behandlung, da hier jede Minute zählt.

Stufe 2: Schwerwiegender Notfall mit potenzieller Lebensgefahr. Die Situation des Patienten könnte sich rasch verschlechtern. Behandlungsbeginn innerhalb von 20 Minuten nach Ankunft in der Notaufnahme.

Stufe 3: Mäßig dringlicher Notfall. Das Leben des Patienten ist nicht in Gefahr, sein Zustand ist stabil. Weitere Untersuchungen und/ oder Abklärungen können notwendig sein.

Stufe 4: Notfall mit geringem Risiko. Keine Notfallmaßnahmen notwendig, die Behandlung kann hinausgeschoben werden.

Nur 4 von 10 Fällen, die in der Notaufnahme eintreffen sind laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2018, wirkliche Notfälle. Das kann zu vollen Notaufnahmen führen, obwohl in vielen Fällen der Besuch beim Allgemeinmediziner oder dem ärztlichen Notdienst richtig gewesen wäre.

Schwerverletzte und ernster erkrankte Menschen haben in der Notaufnahme immer Vorrang, denn hier entscheiden bereits wenige Sekunden über Leben und Tod. Für Patienten mit leichteren Verletzungen und Beschwerden müssen somit häufig mit längeren Wartezeiten rechnen.

Dr. med. Patrick Jung