10 Jahre - 10 Geschichten
Ein Jubiläum lebt von den Menschen, die es gemeinsam mit Leben füllen. Seit 10 Jahren gestalten engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseren gemeinsamen Weg – mit Kompetenz, Herz und Persönlichkeit.
In unserer Interviewreihe "10 Jahre - 10 Geschichten" stellen wir zehn von ihnen vor. Sie erzählen von ihren Anfängen, besonderen Momenten, Veränderungen und davon, was unser Klinikum für sie ausmacht. So entsteht ein ganz persönlicher Blick auf ein Jahrzehnt voller Entwicklung, Herausforderungen und gemeinsamer Erfolge.
In unserer April-Ausgabe stellen wir eine Kollegin vor, die aus unserem Klinikalltag kaum wegzudenken ist: Yvonne Bertram. Ihr beruflicher Weg in unserem Haus führte sie in unsere Funktionsabteilung, wo sie heute mit Kompetenz, Einfühlungsvermögen und großem Teamgeist täglich zum Wohl unserer Patientinnen und Patienten beiträgt. Seit dem letzten Jahr ist sie auch noch als Praxisanleiterin tätig.
An ihren allerersten Tag im Klinikum kann sich Yvonne eigentlich kaum erinnern. Das Haus gehörte schon immer zu ihrem Leben dazu. Ihre Mutter arbeitete viele Jahre als Dauernachtwache in der Pflege und so kam es sogar vor, dass sie als kleines, krankes Kind im Schwesternzimmer übernachtete. Das Klinikum war Yvonne also von klein auf vertraut. An ihren ersten Tag als examinierte Krankenschwester nach der Ausbildung erinnert sie sich hingegen genau:
"Ich war unglaublich stolz, nun selbst dazuzugehören und offiziell Teil dieses Teams zu sein."
Ursprünglich war ihr Plan nach der Ausbildung nur zwei oder drei Jahre zu bleiben, um anschließend Erfahrungen in einer größeren Klinik zu sammeln. Doch es kam anders. Yvonne blieb, weil es ihr hier gefiel und sie die besonderen Vorzüge eines kleineren Hauses immer mehr zu schätzen lernte. Die kurzen Wege, die vertrauten Gesichter und das enge Miteinander überzeugten sie zu bleiben.
Für sie ist die Zusammenarbeit im Klinikum etwas ganz Besonderes, fast wie in einer großen Familie. Viele ihrer Kolleginnen und Kollegen kennt sie seit Jahrzehnten. Gemeinsam hat man erlebt, wie Kinder geboren wurden und später zu Erwachsenen heranwuchsen, wie die ersten Enkelkinder zur Welt kamen, aber auch schwere Schicksalsschläge. Man hat schwierige Zeiten durchgestanden, darunter die Insolvenz, Großbaustelle und hielt dennoch zusammen. Solche Erfahrungen schweißen zusammen und schaffen eine Verbundenheit, die weit über das Berufliche hinausgeht.
"Besonders in Erinnerung geblieben, ist mir die unglaubliche Unterstützung, die ich damals, nach einem persönlichen schweren Schicksalsschlag durch meine Kollegen und teilweise auch langjährige Patienten im gesamten Haus erfahren habe. Das hat mich sehr berührt. Auch die Arbeit und unzählige Sterbebegleitungen auf unserer wunderbaren Palliativ Station werden mich immer begleiten. Es gibt für mich, abgesehen von einer Geburt nichts persönlicheres oder innigeres, als einen Menschen auf seinem letzten Weg beschützt zu begleiten."
In den vergangenen zehn Jahren hat sich vieles verändert. Fachlich ist das Klinikum heute deutlich breiter aufgestellt als früher. Am stärksten spürt sie jedoch die verkürzte Verweildauer der Patientinnen und Patienten. Während Aufenthalte früher oft mehrere Wochen dauerten, sind es heute meist nur noch wenige Tage. Auch kulturell ist das Haus bunter geworden. Das ist nicht immer für alle einfach, empfindet sie aber als eine schöne und bereichernde Entwicklung.
Trotz aller Veränderungen ist eines gleich geblieben: Noch immer arbeiten hier viele Menschen, die für ihren Beruf brennen. Trotz der Herausforderungen, die die Pflege heute mit sich bringt, geben sie nicht auf und machen mit Herz und Engagement weiter.
Neuen Kolleginnen und Kollegen möchte sie vor allem eines sagen: Willkommen in unserer Familie. Offenheit und Freundlichkeit sind wichtig, ebenso die Bereitschaft, von den Erfahrenen zu lernen. Und vor allem: Mensch bleiben – immer.
Wenn ihre Zeit im Klinikum einen Buchtitel tragen würde, dann wohl:
„25 Jahre NZN/KHM – ein Vierteljahrhundert Pflege – zwischen Blutdruck und Bauchgefühl… alles, was war und alles, was bleibt.“
Und eigentlich, sagt sie lachend, würde ihre Geschichte sogar mehrere Bücher füllen können.



