10 Jahre - 10 Geschichten
Ein Jubiläum lebt von den Menschen, die es gemeinsam mit Leben füllen. Seit 10 Jahren gestalten engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseren gemeinsamen Weg – mit Kompetenz, Herz und Persönlichkeit.
In unserer Interviewreihe "10 Jahre - 10 Geschichten" stellen wir zehn von ihnen vor. Sie erzählen von ihren Anfängen, besonderen Momenten, Veränderungen und davon, was unser Klinikum für sie ausmacht. So entsteht ein ganz persönlicher Blick auf ein Jahrzehnt voller Entwicklung, Herausforderungen und gemeinsamer Erfolge.
Den Auftakt macht Hagen Gieseler. Bereits seit 1993 ist er Teil des heutigen #khmteams und damit ein prägendes Gesicht unseres Hauses. Heute bringt er seine langjährige Erfahrung als Pflege- und Lehrkraft in unserer hauseigenen Berufsfachschule Pflege ein und begleitet dort die Fachkräfte von morgen auf ihrem Weg in den Beruf.
"Es war der 01. September 1993, mein erster Tag als Zivi im ehemaligen VKH."
Am 1. September 1993 begann Hagen Gieselers Zeit als Zivildienstleistender im Klinikum – damals noch im ehemaligen Vereinskrankenhaus (VKH) in Hann. Münden. Seine ursprüngliche Entscheidung für das Klinikum war eher eine Entscheidung gegen den Wehrdienst. Schon während seines Zivildienstes wurde ihm klar, dass ihm die tägliche Arbeit mit Menschen Freude bereitete und ihn erfüllte.
Nach dieser ersten beruflichen Erfahrung schlug er zunächst einen anderen Weg ein und begann ein Studium. Es zeigte sich jedoch schnell, dass er mehr Zeit als studentische Aushilfe im Berufsalltag verbrachte als im Hörsaal. Schließlich fasste Hagen den Entschluss, sein Studium abzubrechen, und begann eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Nach erfolgreichem Abschluss arbeitete er im ehemaligen VKH, das später mit dem Nephrologischen Zentrum Niedersachsen (NZN) zum heutigen Klinikum Hann. Münden (KHM) fusionierte.
Im Laufe der Jahre entwickelte er sich kontinuierlich weiter. Neben verschiedenen Tätigkeiten absolvierte er Weiterbildungen, unter anderem zum Diabetesberater und Praxisanleiter. Heute ist er als Lehrkraft an der hauseigenen Berufsfachschule tätig und gibt seine Erfahrungen und sein Wissen an die nächste Generation in der Pflege weiter.
Was die Zusammenarbeit im Klinikum für ihn besonders macht, sind die gewachsenen, beinahe familiären Strukturen. Viele kennen sich seit vielen Jahren – fast jeder kennt jeden, mit allen Vorzügen und natürlich auch den Herausforderungen, die das mit sich bringt. Das KHM ist eine Art Arbeitsfamilie, in der Zusammenhalt eine wichtige Rolle spielt.
In seiner langjährigen Tätigkeit gab es zahlreiche Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten sowie Schülerinnen und Schülern, die ihn nachhaltig geprägt haben. Eine davon hat er uns im Interview erzählt:
"In meiner Zivi Zeit ist einmal auf Station die Schieberspüle übergelaufen. Ich wurde beauftragt, den Reinigungsdienst zu rufen. Man muss dazu wissen, dass es damals keine Bereitschaftstelefone gab, sondern nur Pieper, wo jeweils, ähnlich wie bei Funkgeräten, nur in eine Richtung gesprochen werden konnte. Ich nehme die Liste mit den Piepernummern, die unsere Praktikantin zuvor erneuert hatte, und piepe die Nummer des Reinigungsdienstes an. Am anderen Ende piepte es zweimal, das Zeichen zu sprechen. Ich bat um Hilfe, da die Schieberspüle übergelaufen sei. Daraufhin meldete sich am anderen Ende eine Stimme die sagte:“ Hier ist Chefarzt Dr. Götz“. Ich legte sofort auf."
In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Arbeitswelt für ihn deutlich verändert. Prozesse sind schneller geworden, Entwicklungen verlaufen dynamischer, und überall werden kurzfristige Ergebnisse erwartet. Die Anforderungen sind gestiegen, und die „Halbwertszeiten“ von Wissen und Strukturen haben sich spürbar verkürzt.
Trotz aller Veränderungen ist eines für Hagen gleich geblieben: die grundlegende Freude an seinem Beruf. Ebenso sind viele Mitarbeitende dem Haus über Jahre hinweg treu geblieben.
Neuen Kolleginnen und Kollegen, insbesondere den Auszubildenden, möchte er mitgeben, dass sie einen großartigen Beruf erlernen. Pflege ist anspruchsvoll, verantwortungsvoll und zugleich sinnstiftend. Wichtig ist es, das Berufsbild der Pflegefachkraft kompetent und selbstbewusst zu vertreten.
Seine bisherige Zeit im Klinikum beschreibt er treffend:
"Es begann als Trip und endete als Reise.“



