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Die tückische Erkrankung – Nierenversagen ist eine weitverbreitete Krankheit

09.03.2023

Auch in diesem Jahr erinnert der Weltnierentag am 09. März daran, wie wichtig die Nieren für unsere Gesundheit sind und was wir tun können, um uns vor chronischen Nierenerkrankungen zu schützen. Insbesondere die großen Volkskrankheiten Bluthochdruck und Diabetes gelten als Risikofaktoren für die Erkrankung der Nieren.

Die Nieren übernehmen viele lebenswichtige Funktionen im Körper, dazu zählt unter anderem die Regulierung des Blutdruckes. „Funktionieren die Nieren nicht richtig, wird unser Blut nicht mehr ausreichend gefiltert und Flüssigkeit verbleibt im Körper. Somit werden Giftstoffe nicht ausreichend ausgeschieden und bleiben im Körper zurück. Das kann zu Schäden an anderen Organen führen, aber auch die Blutbildung und der Knochenstoffwechsel werden negativ beeinflusst.“ Beschreibt Frau Prof. Dr. Ute Eisenberger, Chefärztin der Abteilung Innere Medizin/ Nephrologie/ Transplantationsmedizin am Klinikum Hann. Münden.

Ein akutes Nierenversagen entwickelt sich häufig innerhalb von wenigen Wochen oder gar Tagen. Ursachen sind meist Vorerkrankungen, starker Flüssigkeitsverlust oder allergische Reaktionen auf Medikamente. In vielen Fällen heilt ein akutes Nierenversagen nahezu vollständig aus, ist jedoch ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung uns sollte deshalb frühzeitig erkannt und therapiert werden.

Eine chronische Nierenerkrankung hingegen entwickelt sich häufig langsam und zu Anfang meist ohne Symptome. „Bei einer Funktionseinschränkung der Nieren werden toxische Stoffe nicht mehr ausreichend ausgeschieden, Organe geschädigt, die Blutbildung und der Knochenstoffwechsel negativ beeinflusst und die allgemeine Leistungsfähigkeit der Betroffenen nimmt ab. Häufige Symptome sind dabei Bluthochdruck, Wassereinlagerungen, Schwächegefühl und Antriebslosigkeit sowie Konzentrations- oder Bewusstseinsstörungen“ so Frau Prof. Dr. Ute Eisenberger.

Die chronische Nierenerkrankung wird heute in fünf Stadien unterteilt. In jedem Stadium gibt es gezielte Maßnahmen der Vorsorge, um die Nierenfunktion so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und Folgeerkrankungen abzuwenden.

Ist das chronische Nierenversagen jedoch unabdingbar und die Niere stellt ihre Filterfunktion dauerhaft ein, gibt es erprobte Verfahren, die Nierenfunktion zu ersetzen. Allein in Deutschland leiden über 2 Millionen Menschen unter einer eingeschränkten Nierenfunktion. Davon sind etwa 80.000 Menschen dauerhaft auf ein Nierenersatzverfahren, also auf die Dialysebehandlung oder eine Nierentransplantation, angewiesen.

In der Regel werden in Deutschland jedoch deutlich mehr Spenderorgane benötigt, als gespendet werden. Das bedeutet, dass Menschen die Zeit, auf einer Warteliste für eine Spenderniere durch anderes Nierenersatzverfahren überbrücken müssen. Um auf die Warteliste für eine Spenderniere aufgenommen zu werden, muss ein endgültiges Nierenversagen vorliegen.

Die Niere ist das am häufigsten für eine Transplantation benötigte Organ. Im Jahr 2021 wurden 1.992 Nieren (davon 475 von lebenden Spendern) in Deutschland transplantiert und 6.593 Patienten warteten auf eine Spenderniere. Im Klinikum Hann. Münden werden jedes Jahr um die 45 Nieren transplantiert, auf der hauseigenen Warteliste stehen derzeit ca. 400 Patientinnen und Patienten.

„Jeder Mensch sollte sich eine Meinung zum Thema Organspende bilden und seine persönliche Entscheidung auf einem Organspendeausweis festhalten. Das erleichtert auch den Hinterbliebenen im Falle eines Hirntodes die rasche Entscheidung.“, sagt Frau Prof. Dr. Eisenberger.

Ihre Ansprechpartnerin

Marie Görtler
Pressearbeit & Marketing
Tel: 05541 996-788
E-Mail: m.goertler@khmue.de

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